25. Oktober 2017

Weniger Grunderwerbsteuer, mehr bezahlbarer Wohnungsbau

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat die Landesregierungen in Kiel und Schwerin aufgefordert, zügig die Grunderwerbsteuer zu senken. „Eine hohe Grunderwerbsteuer ist nicht zeitgemäß und behindert den Bau bezahlbarer Wohnungen“, sagte VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner.  „Also runter mit der Steuer und her mit mehr Wohnungen!“

Breitner verwies auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), wonach eine hohe Grunderwerbsteuer den Neubau von Wohnungen verteuere. „Genossenschaften und öffentliche Unternehmen, die Wohnungen mit günstigen Mieten anbieten, werden durch eine hohe Grunderwerbsteuer in besonderem Maße belastet.“

Die Senkung der Grunderwerbsteuer könne helfen, die von der Politik versprochene Schaffung bezahlbaren Wohnraums umzusetzen. Um Steuerausfälle bei den Bundesländern zu verhindern, sei eine Reform der Grunderwerbsteuer ein erster denkbarer Schritt, sagte Breitner und verwies dabei auf die Anregungen der IW-Studie.

Den IW-Forschern zufolge könnte für Neubauten die Steuer entweder ganz entfallen – wie in den Niederlanden – oder pauschal auf zum Beispiel ein Prozent sinken. Denkbar sei auch ein Stufenmodell nach britischem Vorbild. In Großbritannien steigt mit zunehmendem Preis der Immobilien auch die Steuer, bis 125.000 Euro ist allerdings keine Grunderwerbsteuer fällig.

In Schleswig-Holstein liegt die Grunderwerbsteuer bei 6,5 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern bei fünf Prozent. Die Grunderwerbsteuer (GrESt) fällt beim Erwerb eines Grundstücks oder Grundstückanteils an und orientiert sich am Kaufpreis. Sie ist eine Ländersteuer, die diese an die Kommunen weiterreichen können. Sie zählt zu den Nebenkosten beim Grundstückskauf.

Dem IW Köln zufolge nahmen die Bundesländer im vergangenen Jahr durch die Grunderwerbsteuer rund 13 Milliarden Euro ein - ein Plus von 270 Prozent gegenüber 2009.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 332 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg: 101, Mecklenburg-Vorpommern: 150, Schleswig-Holstein: 81). In ihren 746.000 Wohnungen (Hamburg: 300.000, Mecklenburg-Vorpommern: 276.000, Schleswig-Holstein: 170.000) leben rund 1,5 Millionen Menschen.

Weitere Informationen zum VNW finden Sie auf www.vnw.de

Quelle: https://www.vnw.de/presse/meldungen/weniger-grunderwerbsteuer-mehr-bezahlbarer-wohnungsbau/ (vom 19.10.2017)

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